Hobbyzucht im VDH seit 1999
  • Abfahrt mit einem viel zu schweren Rucksack

  • Skisprungschanze Ruhestein

  • Der Westweg ist top ausgeschildert

  • Ivas erstes Bad

  • Wir wandern in Richtung Hausach 45 km

  • Pause am Schliffkopf

  • Herrliche Wanderwege

  • Da ist jemand erfinderisch

  • Ausblick 5. Etappe

  • Iva findet alles spannend

  • Typische Waldwege

  • Der Glaswaldsee im Nordschwarzwald

  • Steile Wege

  • :-)

  • Freierberger Tor

  • Wandern ist wandern . . .

  • Die Natur richtet es schon

  • Der Westweg !

  • Ich liebe dieses frische Grün

  • Der Harkhof, die 2. Übernachtung

  • Der Morgen am 3. Tag

  • Regendicht anziehen

  • Am Wegesrand

  • Spechthöhle

  • Unser Weg, immer noch Hausach. Kommend von der Alexanderschanze.

  • Die Hohenlochenhütte

  • Wunderschönes Nebental

  • Hausach

  • Der 4. Tag startet mit Regen

  • Die Landschaft ist sehr gepflegt an den Hügeln

  • Iva geht vor

  • Ein schickes Insektenhotel

  • Es wird kälter

  • Matschige Wege und Hagel

  • Boa, da friert es mir schon

  • Im winterlichen Glanz. Die Nacht hatten wir - 4 Grad

  • Ein letztes Foto im Schnee. Wir fahren zurück und wenige Höhenmeter runter ist der Zauber auch schon weg.

  • Klasse gemacht ! Wer etwas über die Tour wissen möchte, kann sich gerne melden.

Westweg 2019

Wir sind zurück (von unserer Fortsetzung des Fernwanderwegs "Westweg" durch den Schwarzwald) und es war wieder eine super 4-Tagestour, aber auch anstrengend. Ich hatte mir meinen Rucksack viel zu schwer gepackt und musste mich nach dem ersten Tag von ca. 5 kg Gewicht inclusive Kamera trennen. Das hätte ich nicht geschafft. Jedenfalls nicht ohne eine längere Vorbereitungszeit - man nennt es wohl Training ;-). Obwohl ich kein ungeübter Läufer bin. Ganz im Gegensatz zu meinen Füssen. Absolut null Probleme in meinen tollen Wanderschuhen. Keine Blasen und keine Aufreibungen. Wunderbar :-) !

Startpunkt für unsere Mehrtageswanderung war dieses Mal für uns (ein treuer guter Freund, Iva und ich) an der Skisprungschanze Ruhestein bei Beiersbronn.

Mittwoch der 01. Mai und das Wetter war erfrischend gut zum Laufen. Nicht nur wir waren dieser Meinung und dank des Feiertags waren viele Mitwanderer auf den Wegen durch den Schwarzwald unterwegs. Iva schlängelte sich ausgesprochen souverän an manch grosser Gruppe vorbei. Die Landschaft entlang des Weges ist, wie man sie von unserem Deutschen Mittelgebirge kennt: Wald pur mit einem satten Grün, Felsenwege, Naturschutzgebiete, versteckte Seen und die besonders gute Luft spornen an zu gehen. Der Westweg ist ein ausgesprochen aussichtsreicher Höhenweg.
Nachdem wir die Unterkunft in Kiebis uns erlaufen hatten, war besonders ich sehr erleichtert. Die 1. Etappe ging wegen der zu großen Last mit dem Rucksack ein klein wenig an mir vorbei. Ich hatte andere Probeme wie die Landschaft und den Weg zu genießen. So waren die Glieder sehr dankbar, als sie endlich, endlich sich ins Bett fallen lassen konnten.


Donnerstag den 02. Mai, am nächsten Morgen sortierte ich unnötige Sachen aus und schon war es leichter für mich. Aber es blieb doch noch immer ein gutes Stück Gepäck übrig.
Es ging bei dieser Etappe über die Alexanderschanze nach Hark. Der Westweg bleibt oben auf Kammhöhe. Wir trafen immer wieder andere Wanderer und kamen öfter mal ins Gespräch. Wir durchquerten wunderschöne Märchenwälder, die mich zum Träumen verlockten.

Sehr mystisch sind diese Wälder und man findet immer irgendetwas am Wegesrand, wenn man nicht nur läuft. Aber ich bleibe gerne stehen und schaue da und dort was sich alles tut in der Natur. Welch frisches Grün sich durch den Waldboden bohrt. Wie Tiere ihre Höhlen bauen, ich horche den Vögeln zu. Iva mein Hovawart ist wie ich: ausser Rand und Band. Sie wälzt sich auf Moosflächen oder in abgefallenen Blättern. Trägt uns Stöcke nach und wittert die eine oder andere Wildspur über ihre fantastische Nasenwelt.
Der Harkhof liegt idylisch eingebettet zwar oben, aber dennoch in einem Tal. Es ist ein sehr schöner Gasthof, der in der Art einer Herberge gestaltet ist. Der Hof war gut besucht und wir treffen wieder die schon bekannten Gesichter. Diesmal rückten wir näher zusammen in der warmen Gaststube am Abend, denn draussen fing es an zu regnen. Und Iva ist ganz egal wo der Hingucker, Anlass für ein Gespräch und natürlich auch meine treue Begleiterin.


Freitag den 03. Mai, wollen wir die Strecke nach Hausach gemütlich gehen. Sie hat weniger Kilometer und kaum Steigungen. Wir hatten stets ein ordentliches Frühstück zur Verfügung und vergessen aber so richtig den Alltag.

Leider war das Wetter anfangs richtig schlecht, aber das kümmerte uns wenig: Regenklamotten an und los. Schon nach kurzer Zeit wechselte das Wetter dann doch mit einem Schwung zu Sonnenschein. Suuuper. Es wurde ein toller Marsch mit sehr schönen Plätzen und Hütten mitten im Wald, wie z.B. die Hohenlochenhütte. Der Westweg streift fast schon die Hausecke des Häuschens. Ich komme mir zwischen all den gewaltigen Bäumen und in der Weite dieser Landschaft so klein vor. Die Stämme der Bäume sind gigantisch hoch. Die steinigen Pfade sind manches Mal richtig eng und steil.

Wir erreichten bereits am Nachmittag Hausach im Kinzigtal. Bis jetzt waren wir in 3 Tagen ca 55 km marschiert. Nicht viel, aber eben der Weg macht`s :-) aus, wie schnell man vorwärts kommt.

Das Städtchen ist beschaulich mit Kirche und kleinen Rundgang anzuschauen. Der Abend blieb angenehm gemütlich und ich gönnte mir ein saftiges Rindersteak und sorgte für eine eiweisshaltige Nahrung für die Muskeln. Außerdem holte ich mir zum zweiten Mal die Iva ins nicht besetzte Doppelbett . . . lach. Macht sie sonst echt nie. Tatsache! Aber auch sie war schließlich mit ihren knapp 10 Jahren Alter auf ihren nicht mehr ganz jungen Pfoten die Strecke gelaufen. Sogar mehr als wir, denn sie ist unterwegs super neugierig. Pssttt, sie genoss es und ich fühlte mich wohler dabei, dass sie nicht wieder auf dem harten Fußboden schlafen musste. Sorry, aber ihr Bett von zu Hause habe ich nicht auf den Rucksack gepackt *grins*.

Samstag der 04. Mai, oh Gott, ich werde ihn so schnell nicht vergessen. Er fing kalt und regnerisch an. Okay, für ein paar Stunden halten die Wanderklamotten das von einem fern. Die 7. Etappe umfasst ca. 21 km von Hausach zur Wilhelmshöhe, ist länger und anstrengender als erwartet. Farrenkopf, Prechtaler Schanzen, Huberfelsen und Karlstein wollen in teilweise sehr steilen und mühsamen Anstiegen erklommen sein.

Doch nicht nur der Weg war an sich schon beschwerlich, es fing an zu hageln und ging dann in Schneefall über. Ein ziemlicher kalter Wind sorgte zusätzlich für ein feucht-kaltes Klima für uns Wanderer. Schon am Farrenkopf musste ich die Kleider wechseln und der Anstieg trieb mir den Schweiss in die atmungsaktive Jacke. Mit den kommenden Stunden wurde einfach alles nass. Die Schuhe, die Handschuhe, die Hose. Was echt dicht hielt war die Jacke und die Gamaschen. Aber es war saukalt plötzlich. Die Wege wurden beschwerlich durch den Matsch und die Glätte auf den Steinen. Da ging es zeitweise nur im Gänsemarsch. Doch wir bissen die Zähne zusammen und rutschten sozusagen hoch zur Wilhelmshöhe. Im Laufe der Strecke kamen 1.100 Höhenmeter zusammen . . . puuhh ! Seltsam, aber auf dieser Etappe hatten wir keine Begegnung mit anderen. Überhaupt waren wir und noch die fünf Vertrauten vom Vortag die einzigen, die da bei diesem widrigen Wetter ihre Kräfte testen wollten :-).

Nach knapp acht anstrengenden Stunden traten wir ein in die Wilhelmshöhe, im wahrsten Sinne des Wortes über dem "traditionsreichen Wintersportort" Schonach.

Wir begegneten wieder den Wanderer und verbrachten einen geselligen Abend beim Essen. Erschöpft, aber sehr stolz beendeten wir hier mit der Übernachtung den Westweg für dieses Mal.

Sonntag den 06. Mai werden wir am 5. Tag abgeholt und während der Rückfahrt wird mir klar, dass ich bis 140 km dieses faszinierenden Fernwanderwegs gelaufen bin. Da oben auf der Höhe liegt er, während wir unten im Auto sitzen und an ihm vorbei rauschen. Die letzte Tour hat mich schon an meine Grenzen gebracht. Womöglich ginge noch mehr, aber ich bin froh, es nicht weiter austesten zu müssen. Kilometer lang war nichts dort als tiefer und dunkler Wald. Der Weg an sich war schon stramm, doch es war vor allem der dortige Wintereinbruch, der uns gefordert hatte.  

Was haben mir die Tage gebracht? Sie waren total entspannend für die Seele, als auch aktiv für meinen Körper. Knappe 80 km gewandert. Den inneren Sch....hund zu überwinden sollte man mindestens einmal mitgemacht haben. Aber Vorsicht, auch das kann süchtig machen. Nicht aufgeben zu wollen und trotzdem Spass an der Natur zu haben. Es werden von Jahr zu Jahr mehr Menschen die ihre Leidenschaft fürs wandern entdecken. Aber glaubt mir, man erkennt sie sofort, die es mit Herzblut tun, oder nur mal so um sich kurzzeitig zu bewegen. Es sollte jeder für sich heraus finden ob er so etwas mag oder nicht.

WIR, Iva und ich, lieben es!

Und nun viel Spass der Bilder schauen . . . dran bleiben, es sind nicht so wenige *lach*